Forschungsprogramm

In dem Vorhaben „Das filmische Gesicht der Städte“ werden die Elemente und Prozesse untersucht, die zur Herausbildung eines filmgeschichtlichen bzw. medienaffinen Images der Städte Potsdam und Aarhus beitragen. Ausgangspunkt ist dabei die Analyse des Rekurses auf das Filmkulturerbe und die aktuelle Medienproduktion im Marketing der beiden Städte. Hiervon ausgehend werden weitere Akteur*innen in den Blick genommen, die mit ihren Aussagen und Bildproduktionen das „filmische Gesicht“ der Städte prägen. Auch zu berücksichtigen sind Artefakte im städtischen Raum, die das filmgeschichtliche bzw. medienaffine Image des Städte mitbestimmen. 


Die Forschungsfrage lautet: Welche Institutionen, Aussagen und Bilder und welche städtischen Artefakte sind an der Konstitution des Images der Städte Potsdam und Aarhus als Film- bzw. Medienstädte beteiligt und welchen Formationsregeln folgen diese Herausbildungsprozesse? 


Das wissenschaftliche Gesamtziel ist, die Regeln der Formierung eines filmgeschichtlichen bzw. medienaffinen Images von Städten herauszuarbeiten. Transparent gemacht werden soll, auf welche Weise und mit welchen Ergebnissen die verschieden Akteur*innen der Städte Potsdam und Aarhus sich mit ihren Aussagen und Bildproduktionen an der Entwicklung einer kommunizierbaren städtischen Filmgeschichte und Medienaffinität beteiligen und inwiefern auch städtische Artefakte als Elemente dieser Herausbildungsprozesse betrachtet werden können. Exemplarisch soll erarbeitet werden, dass es nicht ausschließlich die offiziellen und administrativen Einrichtungen sind, die das „filmische Gesicht“ der Städte prägen, sondern dass an diesem Prozess zahlreiche weitere Akteur*innen aus der privaten (Medien)Wirtschaft und den lokalen Medien, aus Bildungseinrichtungen und Vereinen sowie einzelne Bürger*innen beteiligt sind. Diese Diversität gilt es sichtbar zu machen. Des Weiteren soll herausgearbeitet werden, welche Strukturen dafür verantwortlich sind, dass sich trotz der großen Bandbreite der beteiligten Akteur*innen und deren eigentlich unkoordinierter Rückgriffe auf die Filmgeschichte und die aktuelle Medienproduktion „Key- Narrative“ über die Städte herausbilden. Kritisch betrachtet werden soll auch, welche Aspekte der Mediengeschichte im städtischen Markenbildungsprozess nicht „erzählt“ werden und welche Widersprüche im Diskurs zu entdecken sind. Durch den vergleichenden Ansatz des Projektes zwischen Potsdam und Aarhus kann der Einfluss der verschiedenen (medien)kulturellen Kontexte und der städteplanerischen und stadtpolitischen Faktoren auf die Nutzung des filmkulturellen Erbes und der aktuellen Medienproduktion im Imagebildungsprozess herausgearbeitet werden.


Zur Bearbeitung der Forschungsfrage muss ein Modell für eine filmwissenschaftliche, raumbezogene Diskursforschung entwickelt und getestet werden. Grundlegende These ist, dass das medienbasierte Städtemarketing nicht allein von städtischen Kampagnen auf einem Makro-Level lebt, sondern ebenso von kleinsten Beiträgen und Aktivitäten sowie urbanen Artefakten auf einem bislang kaum berücksichtigten Mikro-Level. Zum „filmischen Gesicht“ gehören nicht nur die von der jeweiligen Stadt geförderten Großveranstaltungen zu Jubiläen oder anderen öffentlichen Anlässen sondern auch die Autogrammkarte an der Wand eines Restaurants oder der private Filmzirkel. Diese disparaten Diskursbeiträge gilt es durch ein geeignetes Modell zusammenzuführen und analysierbar zu machen.


Das Projekt wird finanziert durch die Förderlinie Kleine Fächer – große Potenziale des BMBF und hat eine Laufzeit vom 1.12.2019 bis zum 30.11.2022. Die Projektleitung liegt bei Dr. Anna Luise Kiss.

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